
Ja zur Teilrevision des Personal- & Besoldungsgesetzes für die Lehrpersonen an der Volksschule (PGL)
wieso stimmen wir ab?
Rund um die Thematik des Lehrpersonenmangels wurden vom Kantonsrat im November 2022 bzw. im Februar 2023 zwei Postulate erheblich erklärt. In der Folge wurde durch den Erziehungsrat eine flächendeckende Befragung aller Lehrpersonen der Volksschule im Kanton Schwyz durchgeführt und schlussendlich ein Massnahmenpaketgeschnürt, mit welchem die Problematik des Lehrpersonenmangels, bzw. der mangelnden Attraktivität des Lehrberufs möglichst nachhaltig angegangen werden soll.
Die folgenden Massnahmen in der Verantwortung des Erziehungs- und Regierungsrates wurden bereits umgesetzt bzw. gelten ab Schuljahr 2025/26:
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Zusätzliche Entlastungslektion für Klassenlehrpersonen
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Erhöhung der Besprechungszeit für schulische Heilpädagogen auf 2 Lektionen
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Lehrpersonen ohne Diplom können bis Ende Schuljahr 2028/29 befristet angestellt bleiben
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Ermöglichen von Förderklassen (Mischformen von Kleinklassen) unter Erhöhung der Pool-Ressourcen für die integrative Förderung für Schulträger, die Förderklassen führen
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Keine neuen Reformen in den nächsten 12 Monaten
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Abbau der administrativen Belastung
Die Teilrevision des PGL beinhaltet 3 Anpassungen:
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Vorverlegung des Kündigungstermins
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Anpassung der Entlöhnung
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Kleinere formelle Anpassungen aufgrund der Teilrevision Personalgesetz
Da die Vorlage grossmehrheitlich von der SVP abgelehnt wurde, wurde die für diese Ausgabenbewilligung notwendige dreiviertel Mehrheit nicht erreicht und das obligatorische Referendum kommt zum Tragen.
Argumente
Der Lehrberuf im Kanton Schwyz muss attraktiver werden!
Mit der moderaten Anhebung der Einstiegslöhne wird der Kanton Schwyz attraktiver für Abgängerinnen und Abgänger der pädagogischen Hochschule.
Wir verlieren unsere teuer ausgebildeten Lehrpersonen an die Nachbarkantone!
Heutiger Einstiegslohn als Primarlehrperson im Kanton Schwyz: 79‘087 Franken
Heutiger Einstiegslohn als Primarlehrperson im Kanton Zürich: 98‘915 Franken
Wo würden Sie arbeiten gehen?
Wir müssen konkurrenzfähiger gegenüber den Nachbarkantonen werden!
Der Kanton Schwyz liegt bezüglich den Einstiegslöhnen deutlich hinter den angrenzenden Kantonen Zürich, St. Gallen, Luzern, Zug und auch Glarus. Gegenüber dem Kanton Zürich beträgt die Lohndifferenz für fertig ausgebildete Berufseinsteigende gar mehr als 19‘300 Franken pro Jahr.
Unterschiedliche Anstellungsbedingungen führen zu Abwanderungen von Lehrpersonen in benachbarte Kantone mit besseren Anstellungsbedingungen. Wollen Sie das?
Die Revision ist eine Investition, die sich Schwyz leisten will – weil sie es wert ist.
Die Revision führt zu zusätzlichen jährlichen Kosten von 3,3 Millionen Franken, was nur eine geringe Erhöhung von rund 2 % des bestehenden Budgets darstellt. Die Anpassung der Kündigungsfrist ist sogar kostenneutral. Insgesamt sind die finanziellen Auswirkungen der Revision für den Kanton, die Gemeinden und Bezirke gering.
Angesichts des Nutzens ist klar: Schwyz entscheidet sich bewusst für diese Verbesserung, weil es eine Frage der Qualität, Fairness und Zukunftsfähigkeit ist.
Jeden Frühling fehlen im Kanton Schwyz unzählige Lehrpersonen!
Schulen müssen Klassen zusammenlegen. Aus der Not heraus stellen sie Aushilfen ein. Unsere Kinder leiden unter den häufigen Lehrpersonenwechseln. Die Unterrichtsqualität leidet darunter.
Unsere Kinder brauchen ausgebildete Lehrpersonen!
Im Kanton Schwyz fehlen auf Primar- und Oberstufe unzählige Lehrpersonen, die das nötige Wissen in den Fächern und in Didaktik, Pädagogik und Psychologie mitbringen. Immer häufiger stehen im Schulzimmer unausgebildete Personen vor unseren Kindern. Das müssen wir ändern!
Wir wollen ausgebildete Lehrpersonen für unsere Kinder!
Meine Operation im Spital?
-> ausgebildete Ärztin
Mein Haus?
-> ausgebildeter Architekt
Mein Kind im Schulzimmer?
-> ausgebildete Lehrperson
Deshalb ein JA zur Teilrevision des Personal- und Besoldungsgesetzes für die Lehrpersonen (PGL) am 28. September!
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FRAGEN & ANtworten
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Eine Anhebung der Einstiegslöhne für Lehrpersonen, damit der Kanton Schwyz gegenüber den umliegenden Kantonen wieder wettbewerbsfähiger ist und wir unsere Abgängerinnen und Abgänger der Pädagogischen Hochschule Schwyz im Kanton halten können. Die Maximallöhne der Lehrpersonen bleiben unverändert.
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Ein früherer Kündigungstermin für Lehrpersonen, damit die Schulen als Arbeitgeberinnen im Kanton Schwyz Lehrpersonen einstellen können, bevor es jeweils im Frühling auf dem Markt keine mehr gibt.
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Die Kosten der Revision belaufen sich total auf 3,3 Millionen Franken pro Jahr, was eine Erhöhung von 2 % des derzeitigen Budgets von 170 Millionen Franken ausmacht.
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Die Anpassung der Kündigungsfrist kostet nichts.
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Die finanziellen Auswirkungen der Revision für den Kanton, die Gemeinden und Bezirke sind moderat und bringen mehr Planungssicherheit für die Schulen.
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In der ganzen Schweiz fehlen Lehrpersonen. Der Kanton Schwyz bezahlt Junglehrpersonen schlechter als die angrenzenden Kantone Zug, Luzern, Zürich, St. Gallen und Glarus. Deshalb verlieren wir Lehrpersonen, die wir teuer ausgebildet haben, an unsere Nachbarkantone. Für einen Studienplatz an der Pädagogischen Hochschule Schwyz bezahlt der Kanton jährlich bis zu 30‘000 Franken.
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Für die Generation Z ist der Lohn entscheidend für die Zusage bei einer Arbeitsstelle, und für einen besseren Lohn akzeptieren junge Leute einen längeren Arbeitsweg.
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Mit der vom Regierungsrat vorgeschlagenen und vom Kantonsrat genehmigten Anpassung würde der Einstiegslohn von Lehrpersonen um rund 8500 Franken erhöht und somit die grosse Differenz zum Kanton Zürich nahezu halbiert. An der Pädagogischen Hochschule Schwyz ausgebildete Lehrpersonen bleiben damit eher bei uns im Kanton. So bekämpfen wir aktiv den Lehrpersonenmangel.
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Der Lehrerberuf unterscheidet sich bezüglich der administrativen Belastung nicht wesentlich zwischen den verschiedenen Kantonen. Die Einstiegslöhne sind jedoch im Kanton Schwyz deutlich tiefer als in den umliegenden Kantonen. Das müssen wir ändern.
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Die Vorverlegung des Kündigungstermins gibt den Schulleitungen mehr Planungssicherheit.
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Zudem wird ein früherer Kündigungstermin den Kanton Schwyz für neu ausgebildete Lehrpersonen attraktiver machen. Da sie sich bereits Anfang Jahr auf dem Stellenmarkt orientieren und für eine Anstellung bewerben, ist es ein Vorteil, wenn sie frühzeitig wissen, wo bei uns Stellen vorhanden sind.
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Ihr JA für eine florierende Wirtschaft
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Eine starke Wirtschaft braucht gut ausgebildete Kinder und Jugendliche. Diese müssen sich auf adäquat qualifiziertes Lehrpersonal abstützen können.
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Auszubildende brauchen gute Grundkompetenzen in Deutsch und Mathematik. Dies können wir nur mit adäquat ausgebildeten Lehrpersonen in der Volksschule erreichen.
Ihr JA für unsere Kinder trägt dazu bei, dass
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… wieder mehr Junglehrpersonen ihre Berufslaufbahn im Kanton Schwyz starten.
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… Schulen bei der Anstellung von Lehrpersonen keine Kompromisse mehr eingehen oder suboptimale Lösungen akzeptieren müssen.
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… unsere Kinder weniger Lehrpersonenwechsel erfahren.
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… unsere Kinder und Jugendlichen von adäquat ausgebildeten Lehrpersonen und somit in hoher Qualität unterrichtet werden.
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… die Schulen dank der früheren Kündigungsfrist wieder mehr Planungssicherheit haben.
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... der Kanton Schwyz bei der Rekrutierung von Lehrpersonen wieder wettbewerbsfähiger wird.
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Die jährlichen Ausgaben pro Schülerin und Schüler liegen unter dem Schweizer Durchschnitt.
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Die Bildungsausgaben im Kanton Schwyz sind im Vergleich zum Gesamtbudget in den letzten 20 Jahren gesunken.
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Heute verfügt im Kanton Schwyz rund jede sechste Lehrperson nicht über eine adäquat abgeschlossene Ausbildung.
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Der Aufgabenbereich der Lehrpersonen hat sich in den letzten 20 Jahren stark erweitert: Fächer wie Englisch, Französisch, Medien und Informatik und der kompetenzorientierte Unterricht gemäss Lehrplan 21 sind hinzugekommen. Die Erneuerung von Lehrmitteln und die Digitalisierung erfordern grosse Agilität und Offenheit im Hinblick auf die Anpassung, das Überdenken und das Erproben von Unterrichtskonzepten.
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Die Heterogenität als Spiegelbild der Gesellschaft hat den Berufsauftrag der Lehrpersonen herausfordernder gemacht: Die Erweiterung der schulischen Inklusion, hervorgerufen durch die Reduktion des IQ-Werts für integrierte Sonderschulkinder, sowie eine sich stetig verändernde Migration machen das Klassenzimmer zu einem «Globus» im Kleinen.
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Lehrpersonen nehmen eine Schlüsselfunktion in unserer Gesellschaft wahr. Ihre Arbeit ist höchst verantwortungs- und anspruchsvoll. In ihren Händen liegt die fachliche und die soziale Ausbildung unserer Kinder. Deshalb setzt die Arbeit einer Lehrperson ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule mit pädagogischen, didaktischen, psychologischen und fachlichen Schwerpunkten voraus. Zudem findet im ersten Studienjahr an der Pädagogischen Hochschule Schwyz eine Eignungsabklärung statt.
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Eine Schwyzer Mutter erzählt: «Mein jüngerer Sohn hat, Stand heute, kurz vor Ende der 2. Primarklasse, schon zehn Lehrpersonen gehabt. Die Fachlehrpersonen für Musik, Bibel, Religion oder Handarbeit sind dabei noch nicht einmal mitgezählt. Zu Spitzenzeiten hatte er vier Lehrpersonen gleichzeitig, die sich das Pensum teilten. Teilweise waren sogar Vor- und Nachmittage auf verschiedene Lehrpersonen aufgeteilt. Die Zusammensetzung hat alle paar Wochen gewechselt.»
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Es gibt Klassen, die mitten im Schuljahr mangels Lehrperson auf das zweite Semester hin aufgelöst werden mussten.
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Es gibt Klassen, welche schon die fünfte Lehrperson innerhalb eines Schuljahres haben.
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Es gibt Klassen, welche im kommenden Schuljahr am Montag und Dienstag von einer Studentin, am Mittwoch von einer ausgebildeten Lehrperson und am Donnerstag und Freitag von einem anderen Studenten unterrichtet werden.
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Es gibt Kinder mit besonderen Bedürfnissen wie Lese- und Rechtschreibeschwäche oder Dyskalkulie, die nicht von heilpädagogisch geschultem Personal, sondern nur von Assistenzpersonen betreut werden können.
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Es gibt Schulen, die vermehrt Lehrpersonen rekrutieren müssen, die aus einem anderen Sprachraum stammen. Sie können schwyzerische Werte weniger gut vermitteln. Ihre Verankerung in unserer Kultur fehlt.
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In vielen Schulen müssen die Lehrpersonenteams Quereinsteigende und Personen ohne Ausbildung unterstützen. Dies geht zulasten ihres eigenen Unterrichts.
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Bei Krankheit oder Unfall einer Lehrperson müssen die bestehenden Lehrpersonenteams zusätzliche Klassen übernehmen, da auch die Suche nach sogenannten Springerinnen und Springern schwierig ist.
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Fazit: Wir müssen unsere Bildungsqualität sichern!
Bildung ist ein wichtiger Rohstoff – der einzige der Schweiz! Mit einem JA zur Teilrevision des Personal- und Besoldungsgesetzes für die Lehrpersonen (PGL) zeigen Sie, dass Ihnen die Schwyzer Volksschule am Herzen liegt. Die vorliegende Teilrevision des PGL ist Teil des Massnahmenpakets, mit welchem die Problematik des Lehrpersonenmangels beziehungsweise der mangelnden Attraktivität des Lehrpersonenberufs möglichst nachhaltig angegangen werden soll und ist ein erster Schritt, damit unsere Kinder künftig wieder von Fachpersonen unterrichtet werden und somit die Bildung gestärkt wird. Ihr JA trägt dazu bei, dass der Kernfaktor für erfolgreichen Unterricht gestärkt wird: nämlich die qualifizierte und motivierte Lehrperson. Mit einem JA sorgen Sie dafür, dass die Schülerinnen und Schüler im Kanton Schwyz gute Grundkompetenzen erarbeiten können, um nachher in der Berufswelt erfolgreich zu sein. Das stärkt auch unsere Wirtschaft.
Falls auch Ihnen am Herzen liegt, dass alle Schwyzer Kinder und Jugendlichen auch künftig von adäquat ausgebildeten Lehrpersonen und somit in hoher Qualität unterrichten werden, so empfehlen wir Ihnen, an der Abstimmung vom 28. September 2025 ein überzeugtes JA zur Teilrevision des Personal- und Besoldungsgesetzes für die Lehrpersonen in die Urne zu legen.


